29.01.2009

Die Scheiße

Immerzu höre ich von ihr reden
als wäre sie an allem schuld.
Seht nur, wie sanft und bescheiden
sie unter uns Platz nimmt!
Warum besudeln wir denn
ihren guten Namen
und leihen ihn
dem Präsidenten der USA,
den Bullen, dem Krieg
und dem Kapitalismus?

Wie vergänglich sie ist,
und das was wir nach ihr nennen
wie dauerhaft!
Sie, die Nachgiebige,
führen wir auf der Zunge
und meinen die Ausbeuter.
Sie, die wir ausgedrückt haben,
soll nun auch noch ausdrücken
unsere Wut?

Hat sie uns nicht erleichtert?
Von weicher Beschaffenheit
und eigentümlich gewaltlos
ist sie von allen Werken des Menschen
vermutlich das friedlichste.
Was hat sie uns nur getan?

Hans Magnus Enzensberger

11.01.2009

Zu müde für Text

Jeans Team
Stereo Total

Lineup

15.11.2008

Halb voll oder halb leer

Das Leben kann einem schon übel mitspielen. Egal ob es regnet, wenn man gerade draußen ohne Schirm unterwegs ist oder das Bier alle ist. Es gibt wirklich schlimme Dinge, die passieren können.
Allerdings kann man es auch übertreiben. Denn eigentlich ist jede Situation doch das, was man draus macht (außer das Bier ist alle, das ist wirklich schlimm). Dass man trotzdem nicht immer blöd grinsend durch die Gegend laufen sollte, als wäre alles toll, sondern auch mal seinem Ärger Luft lassen muss zeigt ein norwegischer Film, den ich gerade gesehen habe. Die Kunst des negativen Denkens handelt von einem Typen, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und ziemlich mies drauf ist. Wär' ich wohl auch, wenn ich nicht laufen könnte. Also, geiler Film, mit Drogen, Alkohol und fiesen Sprüchen. Eben so'n Feel-bad-Ding. Und die Moral von der Geschichte: Rollstuhl ist scheiße, die Welt stinkt und jeder hat so seine eigenen Probleme. Punkt. Aus. So ist das nun einmal. Dann hab ich aber Aaron Fotheringham gesehen. Der sitzt auch im Rollstuhl, rockt aber trotzdem und scheint Spaß zu haben - zumindest in dem Video (am besten bei 2:29 min. reinschauen). Scheint also eher eine Einstellungssache zu sein. Halb voll oder halb leer eben. Das muss jeder für sich entscheiden. Oder die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ein Glas Wasser ist eben halb voll, eine Flasche Bier ist aber meistens doch halb leer.



01.11.2008

Don't be matheus W.

Mit dem Hass-Blog muss ich noch etwas warten, dafür stelle ich euch etwas viel tolleres vor. Man kann jetzt seine Freunde nämlich für die Niederlage von Obama verantwortlich machen. Ist zwar etwas absurd, das hier in Deutschland zu tun, aber immerhin ist es die Möglichkeit sich einmal wie ein Amerikaner zu fühlen. Mit all der Macht, dem Konsumzwang, dem übertriebenen Patriotismus und der Gewinnermentalität - I don't care about Iraq but I want our guys to come back as winners!
Macht natürlich nur bis Dienstag Spaß, dann gewinnt er nämlich - oder verliert, je nachdem wie die Amis entscheiden. Also, sicherstellen, dass ihr die Namen eurer Freunde richtig buchstabiert und ab geht die Post.


26.10.2008

Zu viel versprochen

Es waren mal wieder nur große Worte, wie dicke Rauschwaden, die ein großes Feuerwerk ankündigen sollten und am Ende war es dann doch nur heiße Luft. Kein Knall, keine Farben, nicht einmal Blindgänger. Ein Comeback von gedankenpingpong sollte es werden. Doch es kam fast nichts. Ein paar aufgestaute Geschichten, die schon viel zu lange irgendwo rumschwirrten und dann wieder gar nichts. Wo ist die Kreativität geblieben? Wo die Idee und vor allem der Gedanke, der einmal irgendwo quer schießt? War das überhaupt mal da? Fett ist er geworden, der Autor. Sitzt zufrieden in seiner Wohnung und trinkt Kaffe - oder im Büro, wo er Folien malt und Dreisätze rechnet. Wichtig, Wichtig.
Nee, natürlich alles quatsch, aber für Inspiration gab es nur wenig Zeit und Inspirierendes gab es auch nicht viel. Über Kino, Theater und Museen zu schreiben ist auch eher eine Wiederholung - ein Recycling von Mustern, die schon beim ersten Mal wenig Überraschendes mitbringen. Da ist ja selbst die Finanzmarktkrise spannender. Auch wenn das viele nicht hören wollen. Doch hier erlebt man das ganz große Drama. Die Demut des Jünglings namens Kapitalismus, der eigentlich erwachsen sein wollte und doch die Fehler eines Pubertierenden machte. Den Hochmut des Großvaters Staat, der den gedemütigten wieder aufnimmt und dabei den Zeigefinger stets oben hält. Der jetzt, wo der junge Rebell kraftlos ist und seine Macht gebrochen scheint schnell die Oberhand zu gewinnen sucht. Stolze Auftritte und große Versprechen gegenüber dem Volk und natürlich der Zeigefinger - "währet ihr doch nur bei mir geblieben, eure Wunden wären nicht die heutigen".
Wer dieses Drama mitverfolgen kann, mit all seinen Charakteren und den vielen Szenen, der braucht auch kein Kino oder Theater. Der Rückzug ins Privatleben scheint ohnehin nicht angebracht? Wie kann man sich nur ernsthaft Gedanken über Gesichtspflege oder Schuhe machen, wenn die Welt vor dem Abgrund steht? Jeder seinen Job schon morgen verliert, unser Erspartes weg ist und die galoppierende Inflation die Menschen in den Hunger treibt. Ich würde schon einmal die Speisekammer füllen, sonst gibt’s im Winter nur Rübenmarmelade und trocken Brot mit Wasser. Ja, wer zu viel ins Kino und Theater geht statt Anne Will zu gucken, der erkennt nicht die Zeichen der Zeit und sein Weltbild wird verzerrt wie in einem Spiegelkabinett. Die Krise hat uns alle erfasst, und wer bald kein Benzin mehr bekommt, wird sich ärgern, nicht schon letzte Woche ein paar Fässer in seinem Keller gebunkert zu haben.


08.10.2008

Anarcho-Mann

Eigentlich ja eine ziemlich billige Tour einfach mal auf einen Artikel zu verweisen, aber in diesem Fall will ich es einfach mal tun. Denn heute ist tatsächlich ein interessantes Interview in der Internet illustrierten.
Noam Chomsy, der große Denker der amerikanischen Linken - und zwar Links im Sinne von Links und nicht Obamas oder andere Liberaler - erklärt, warum der Unterschied zwischen Obama und McCain kleiner ist als wir Europäer denken, warum wir (nicht nur die Amis) Nationalisten im Orwellschen Sinne sind und was wir den 68ern verdanken. Da der bekennende Anarchist und (Sprachwissenschaftler am MIT) bestimmt keine Huldigungen mag, huldigt ihm nicht, hört ihm kritisch zu.

05.10.2008

Das lustige Dorf

Es war einmal...eigentlich ist es noch immer. Das lustige Dorf, mittlerweile ein Stadtteil dieser "Metropole", aber trotzdem noch mit Seele. Schon vor Jahrhunderten hatte das Dorf einen besonderen Ruf. Gefeiert wurde hier, was das Zeug hält und sittenwidrig ging es auch zu, denn das Dorf war ein Pionier. Vor mehr als 200 Jahren gab es hier in den Gaststätten schon Damenbedienung. Die Bernemer wussten halt zu feiern. Und so gab es hier wohl ständig irgend welche Feste und die Städter kamen gerne vorbei, auch wenn der Klerus das nicht gerne sah. Irgendwann wurde das Dorf dann einfach an die Stadt angeschlossen und wuchs zum größten Stadtteil.
Heute ist der Stadtteil anscheinend immer noch was Besonderes. Einige sagen, es sei der beste. Mit der besten Infrastruktur, den besten Straßenfesten und dem tollsten und größten Sportverein in Hessen. Andere sagen natürlich, das sei alles überbewertet und man könne auch wo anders glücklich sein - sofern man in dieser Stadt überhaupt glücklich sein kann. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Trotzdem gibt es hier viele tolle Dinge, wie die Damenbedienung, die es zwar überall mittlerweile auch gibt. Aber hier ist jetzt halt zu Hause, also direkt vor der Tür.

24.09.2008

Die Blätter fallen

So, jetzt ist der Sommer definitiv vorbei. Morgens ist es schon deutlich kühler - und abends und auch Nachmittags. Eigentlich den ganzen Tag - glaube ich. Es regnet jetzt auch mal ab und zu. Gut, nicht so oft wie in Hamburg, aber das ist jetzt auch nur ein kleiner Trost.
Jedenfalls ist es herbstlich genug, um den Sommer Revue passieren zu lassen. Natürlich haben sich da auch einige Eindrücke gesammelt und auf irgendeinem Datenträger verewigt. Z.B. die tolle Zeit in meiner zwischendurch-Wohnung. Mit dem tollen Ausblick auf den Hauptbahnhof.

Die zahlreichen Besichtigungen von viel zu teuren, viel zu kleinen oder viel zu schlecht gelegenen Wohnungen.Oder die grandiose Stimmung in der Commerzbank Arena beim EM-Finale (vor dem Spiel).Nicht zu vergessen das große Fest zu meinem Einzug in das tolle Viertel, von dem ich auch noch berichten werde.Die zahlreichen Weinabende und -nachmittage.Dann natürlich die gemütlichen Brunches in der Sonne mit meiner Freundin - sogar noch am vergangenen Wochenende.
Ja, gedankenpingpong ist zurück. Alles wird jetzt wie früher, und doch anders. Eben besser und schlechter. Also, schaut mal wieder vorbei.

25.08.2008

Wegen Wetter geschlossen

Hallo zusammen,
ich habe voller Erschrecken festgestellt, dass der Sommer sich dem Ende nähert, deswegen werde ich jetzt die letzten Sommertage genießen und erst ab September wieder diese digitalen Seiten mit geistreichem und weniger geistreichem füllen...

10.08.2008

Nichts als die Wahrheit

Ja es steht nicht gut um unsere Welt. Überall prüde Kleinbürger und bekloppte Proletarier. Alles Kulturbanausen. Und sie haben jetzt auch in Italien zugeschlagen.
Weil das Gemälde im Presseraum des italienischen Premiers eine halbnackte Frau zeigt deren Brust ständig im Bild war, wenn Bilder gemacht wurden wurde die junge Dame jetzt angezogen. Giambattista Tiepolos Allegorie mit dem Titel 'Die Wahrheit wird enthüllt von der Zeit' ist jetzt etwas züchtiger geworden.
Eigentlich eine richtige Entscheidung. Der Titel ist ohnehin völliger Schwachsinn. Ist es nicht vielmehr so, dass die Wahrheit von der Zeit verschleiert wird. Je weiter das Ereignis weg ist, desto mehr kommt selektive Erinnerung zum Tragen. Und wenn keiner mehr lebt, entscheidet die Meinungshochheit über die Wahrheit. Da werden Deutsche dann zu Kriegsopfern, die DDR zu einem ganz netten aber leider fehlgeschlagenen Versuch des Sozialismus, der Kosovo-Krieg zu einer Notwendigkeit, und so weiter. Von daher kann ich die Handlung nur begrüßen. Alle Kritiker sehen eben nicht die Meta-Ebene. Zieht der Frau was an, schmückt sie aus und kaschiert die unschönen Falten und Flecken.

09.08.2008

Wie du, nur anders

Stell dir vor, du müsstest einen Verbrecher beschreiben, was würdest du tun. Am besten man vergleicht dann mit anderen. 'Ja, der sah so aus, wie Dieter Bohlen, nur mit Halbglatze und Plauze', oder 'wie der ander aus dem Fernsehen'. Was'n Scheiß?
Nee, so tribivial ist das nicht. Denn diese Methode kann man auch gezielt anwenden. Weil es in Neuseeland verboten ist, Phantombilder minderjähriger zu veröffentlichen, hat die Polizei in der Gemeinde Christchurch Ein Bild von Robbie Coltrane benutzt. Der Verbrecher sieht nicht so aus, wie der Harry-Potter-Darsteller, sondern wie eine 16jährige Version von ihm. Nur mal nebenbei, Coltrane spielt Rubeus Hagrid (der Dicke mit dem riesen Bart). Da stelle ich mir schon die Frage, wer bei dem Versuch einen 16Jährigen zu Beschreiben daraus kommt er sehe aus wie die junge Version eines Riesenbartmanns, der ist eindeutig zu oft auf den Kopf gefallen. Wie sieht das denn bitte aus? Mit Flaum(bart) und Dreadlocks? Ich weiß es nicht, aber vielleicht hat mich auch nur der Umzug müde gemacht.

Anmerkung
Leider habe ich es nicht geschafft den Mann mir Grafikbearbeitungssoftware jünger zu machen. Vielleicht habt ihr mehr Erfolg.

07.08.2008

Willkommen Zuhause

Langsam aber sicher werde ich assimiliert. Und damit das das möglichst schnell passiert, kümmern sich die anderen besonders ausgiebig um mich. Letzes Wochenende, gab es sogar ein riesiges Straßenfest, um meinen Einzug zu feiern.
Es war sogar richtig lustig. Einige Stände mit DJs und Electro-Sound, viele normale Leute und jede Menge Pils. So viele Leute waren da, ich hätte nicht gedacht, dass hier so viele wohnen. Auf jeden Fall war es eine mords Party und alle waren glücklich. Wie in der Schanze, nur dass am Ende keine Autos brannten. 'Wie? Jetzt disst der Hamburg', fragt ihr euch. Ja so ein kleiner Seitenhieb wird ja wohl noch erlaubt sein. Ist ja nicht böse gemeint. Und im Grunde sehne ich mich nach der Hansestadt. Deswegen habe ich mir auch einen Stadtteil gesucht, der möglichst nah an Hamburg heran kommt. Jetzt muss ich nur noch einen kleinen Ausflug in die Sophienstraße 8 machen, dann ist alles gut.
So, jetzt aber Schluss und warum der Stadtteil jetzt so ist, wie er ist, erzähl ich euch beim nächsten Mal.

04.08.2008

Von Bullen und Bären

Als Stadtmensch sieht man ja nicht gerade oft Tiere. Ok, eigentlich täglich, aber von Vielfalt kann keine Rede sein. Täglich ein paar olle Tauben, mal ab und zu ein Karnickel im Park und ständig Hunde und Katzen.
Hier in dieser Stadt ist das etwas anders. Wenn man am Sonntagnachmittag durch die Innenstadt streift fühlt man sich nicht nur wegen der gähnenden Leere an 'I am Legend' erinnert. Auch die Tiere können sich sehen lassen. Es ist zwar keine Herde Hirsche, aber dafür ein Schaukampf sonder gleichen.
Bulle und Bär sollen ja angeblich aus amerikanischen Schaukämpfen stammen. Bär an Pfahl gebunden und ab ging's in den Kampf gegen den Bullen. Da sich aber mittlerweile selbst die erfolgreichsten Videoblogger von Wikipedia als Informationsquelle abwenden, wage ich diese Story zu bezweifeln - ganz herdentriebsmäßig.
Bleibt allein noch die Frage, ob man aus diesem Schauspiel etwas für seine Investmentstrategie mitnehmen kann. Der Bulle, hier mächtig über dem Bären, der sich klein macht. Ob das schon für den Aufschwung am Markt reich? Vielleicht ist das klein Machen genau die richtige Strategie um den Bullen nach unten zu ziehen.
Eine andere Methode wäre sich die Tiere etwas genauer anzuschauen. Wie steht es um ihre Physis? Wer sieht stärler aus? Wer agressiver? Der Bär wirkt momentan nicht gerade motiviert, doch wie steht es um den Bullen? So einer kann schon agressiv werden, vor allem wenn er länger nicht gezeugt hat. Also - wie meine Begleiterin empfahl - sollte man auf einen Anstieg der Kurse setzen, je größer die Klöten sind. Entscheidet selbst. Ich persönlich rate euch in Flüssiges zu investieren. Flüssiges Gold. Denn wie schon ein sehr weiser Freund von mir ganz richtig sagte: "Nichts ist schlimmer, als wenn das Bier alle ist."

01.08.2008

Ich, Du, Wir

Heute wurden einem Mann in München Arme transplantiert. Ja, Arme, nicht ein Arm, sondern beide. Er hatte sie bei einem Unfall verloren. Die Familie des Spenders hat ausdrücklich zugesagt und jetzt wird der Mann wohl mit neuen Armen durch das Leben gehen können.
Wie Patrick Wellingford in John Irvings 'Die vierte Hand'. Nur das Wellingford eine Hand verloren hatte und diese dann transplantiert wurde. Die Hand kam von einem Mann, dessen Frau ihn dazu brachte der Transplantation zuzustimmen und kurz bevor er starb träumte er von Wellingford und seiner Frau, wie sie mit einander schliefen. Es kam dann wie er es geträumt hatte und weil sie ein Kind wollte - mit ihrem Mann - hat sie dann eines mit dem Empfänger und der tote Ehemann guckt in die Röhre. Na ja, war ja Sex mit ihm, kann man sagen, immerhin wurde der Körper des anderen an seine Hand genäht.
Die Frage nach den psychischen Folgen für den Armempfänger hat sich das ZDF auch gestellt. Immerhin hat der Kerl jetzt ja zwei fremde Arme an seinem Körper. Ohne Arme ist doof, aber sich mit fremden Fingern am Sack kratzen? Auch komisch, oder?
Diese Frage können wir uns aber vielleicht bald alle stellen. Denn wenn die Methode Praxis wird, dann könnte jedem von uns potentiell geholfen werden. Und wer Organspender ist, der muss sich auch Fragen, ob's ein bisschen mehr sein darf, was er post mortem "unters Volk" bringt. Vielleicht kann dann ja auch jemand mit einer fremden Hand einen fremden Sack kratzen.

19.07.2008

Extremely Imbalanced & incredibly confusing

It's been ages since the last time I blogged in English. I figured now it's time to do it again.
I've been reading this book all morning - Extremely Loud & Incredibly Close by Jonathan Safran Foer - which is actually unbelieveably great. It's question life a lot. Not life in general but why things are how they are and not different. Obviously it made me think the same, especially because the special one is sitting only a few meters away working. Yes, working. It's not like she wants to, but during the last week she's been kind of a bondslave to her bosses. Of course it wouldn't bother me if I had to work to, but I don't. I can't tell her how I feel about it, because I know that she's angry about it even more than I am. But I'm blogging in English so she can read it. Not that she reads my blog. She gave up "cause it's all in German anyway".
So anyway, it made me think how imbalanced things are. Like me, being bored for the last few weeks because my job isn't giving me the intellectual challange and I don't have enough to do to really work the whole day for half of the week. And her, being totally stressed cause she would need more time to do everything she's supposed to.
Maybe life is just one of the funny things we should never understand until it's to late.
On the one hand I would like to work more - which, I know, sounds silly to many people. On the other hand I am happy I have enough time to take care of other stuff. Like finding a place. It actually didn't take me that long and it was surprisingly easy to be the one, chosen by the landlord or agent. I saw only a few places and whenever I said I like it, I got the offer to move in. So now I found the right place and am going to sign the contract on Monday. I have to admit I could be happier, but with being in the office all day and never inviting friends since I move here I don't mind staying in the place I do. Sure it's just a tiny service apartment but at least I have someone cleaning my bathroom and changing my bed sheets. The only thing I miss is a HiFi, and I don't have one for my new place anyway.
The good thing about the new place is, that she likes it too and is moving in soon. As I've been looking for the sense in life for the past few months, it's great to know she'll be with me soon. Right now she's #1 on the sense-of-life-list, which is actually quite short. But out of a sudden my new place became ours. It's not mine any more. My last place was kind of an interstation so I didn't really bother how it looked like. It took me 9 months to hang the pictures and I moved out only 3 months later. Back than I was looking forward to finally move on to a new place and make it home. Right now I don't really care about making me feel domestic there and still it's weird that it's suddenly ours.
It was supposed to be mine. So now I found a place, I rented it, because she likes it, I am happy she's moving in. I don't really care about furnishing it the way I like it - I rather spend the money on food and drinks, clothes, music or education - and still I am kind of bothered it's not mine. Why is that? Maybe the apartment is just a metaphor for my life. But I don't mind sharing it, I mean my life. I don't see another purpose in it anyway. I am really having problems with the hedonistic approach for the last few months. It was always so easy. Whenever something didn't work out or I started questioning life, I just shifted into hedonism mode, both clothes, CDs, got drunk or stoned and life was good again. Now it doesn't work. Weird stuff is going through my head, I can tell you. Or I could, but I won't. What I wrote is private enough anyway. But on the other hand, who cares? Why do we always have to be pretenders? I've been good in that too. Everythink was good and under control. I haven't lost control yet, but I am getting tired of pretending I know directions and everything has a meaning.

16.07.2008

Naked dudes - NO FUN

Die Sache hat mich doch mehrere Tage beschäfftigt. Ich stand vor diesem Laden - eigentlich wollte ich ins Kino, doch ich war etwas zu früh dran - und versuchte mir die Zeit zu vertreiben. Es gab leider nicht viel zu sehen, außer Lebensmittelergänzungen jeglicher Art. Es war ein Laden für Bodybuilder. Hinter dem Tresen hing ein T-Shirt auf dem stand "Shut the fuck up and train". Blöd hab ich mir gedacht, das kann doch nicht sein. Irgendwie ist das doch kein richtiges Englisch. Oder sagt man das so? Leider hatte ich meine Kamera nicht mit. 'Macht nichts', dachte ich, fotografierst du am Montag in der Mittagspause. Dumm nur, dass ich mich am Sonntag beim Fussball verletzt habe und jetzt humpel durch die Gegend. Also wieder kein Bild für euch., kein Bock so weit zu humpeln. Dafür habe ich mich jetzt informiert, ob man das so sagen kann und man kann tatsächlich. Train klingt für mich immer nach Zug, aber gut. Sind die Bodybuilder doch nicht so blöd...
Nun hab ich immer noch nicht wirklich was zu sagen, ach ja, der Film. Der war gut. JULIA mit Tilda Swinton. Guckt ihn euch ruhig einmal an. Und der Film, den ihr euch unten angucken könnt ist zwar nicht so gut gemacht, hat aber eine sehr lehrreiche Botschaft.
Und der nächste Beitrag wird dann auch etwas besser.



10.07.2008

Ich bin, du bist, wir sind

Habt ihr euch schon einmal gefragt, was das ganze soll? Jetzt nicht, warum die Nachbarn laut sind oder warum das Benzin teurer wird. Ich meine das alles? "Warum bin ich" ist doch mal ab und zu eine sehr berechtigte Frage. Mal im Ernst, wo soll das denn alles hin? Es gibt da ja natürlich verschiedene Überlegungen. Natürlich könnte ich Bestandteil, des großen ganzen sein. Ein kleines Rad am Wagen der Gesellschaft, oder anders gesagt eine der vielen Ameisen, die täglich dazu beitragen, dass andere Ameisen und sie selbst leben können und das (Ameisen-)Volk erhalten bleibt. Das sein als Selbstzweck? Sehr naturwissenschaftlich und total unbefriedigend. Wenn ich bin, damit andere sein können und andere sind, damit andere sein können, was soll das ganze dann?
Der religiöse (christliche) Ansatz ist da ja sehr ähnlich. Leben für das Leben nach dem Tod? Das Leben als Prüfung. Gut man lebt halt nicht mehr für den Erhalt der Art, sondern für das Leben danach. Und was soll das Leben nach dem Tod? Warum soll man in's Paradies wollen? Irgendwie driftet das dann ja doch ins hedonistische. Dann kann man ja gleich das Jenseits über Bord werfen und den Hedonismus hier im Diesseits ausrufen. Also existieren aus purer Lust? Macht doch Sinn, oder? Wenn man existiert, um Spaß zu haben, dann ist das doch nicht schlecht. Man arbeitet für den nächsten Konsumrausch, geht aus für den nächsten Rausch, den nächsten Fick oder was auch immer den Kick bringt. Das Verlangen nach Endorphinen als Maxime des Daseins. Auch nicht schlecht. Jetzt hab ich mich selbst etwas verwirrt.
Vielleicht könnt ihr mir ja helfen, oder ihr macht mit beim Hinterfragen. Zu so einer Runde Existentialismus gehört auch immer die richtige Musik, wenn ihr also mitmachen wollt, empfehle ich euch "Aber hier Leben, nein danke" von Tocotronic. So, jetzt wird keine Musik gehört, sondern rumexistiert.

05.07.2008

Ein ganz normaler Sonntag

Wie Sonntag, der ist doch morgen? Ja, ist er, aber vor lauter Work-Life-Balance (am Donnerstag hat die Arbeit das Übermaß an Leben vom Mittwoch ausgeglichen) habe ich es leider nicht früher geschafft, das vergangene Wochenende literarisch aufzuarbeiten.
Der Sonntag fing natürlich wie jeder andere Sonntag an. Erst mal aufstehen und zum Bäcker - natürlich wieder 2 Minuten bevor die dicht machen und nur noch die Brötchen die keiner haben wollte abbekommen.
Dann stand Kultur auf dem Programm. Das erste große Erlebnis war schon der Weg. Laut meinen Kollegen leben in dieser Stadt ca. 800 000 Menschen, in der Woche und 550 000 am Wochenende. Die Glaubwürdigkeit der Zahlen dahingestellt, wenn man nicht gerade in der Berger Straße ist, dann ist die Stadt am Sonntag vormittag nahezu ausgestorben. Die nahezu vollständige Abwesenheit menschlichen Lebens, die meiner Begleiterin (aus London), vor riesige Probleme stellte, versuchte ich mit dem EM-Finale am Abend zu erklären. 'Ist doch klar, dass sich alle für die Feierei (die ausgebliebene - Anm. d. Red.) schonen und bei der Hitze lieber zu Hause bleiben.
Auf jeden Fall ging's ins Museum für Moderne Kunst. Da ist nämlich momentan Bernard Buffet (Franzosen, nicht Ami, bitte bei der Aussprache beachten) zu Gast. Der Mann, über good old Andy sagte, er sei sein Lieblingskünster und der letzte große Maler, den Paris hat. Wenn man sich die Werke so anschaut, könnte man auch meinen, der Meese hätte sich da inspirieren lassen.
Im Museum angekommen hatten wir dann alle Zeit und Ruhe der Welt uns das Schaffen des Franzosen genauer anzuschauen. Und nicht nur das, auch das Gebäude selbst ist sehenswert. Wenn man zum ersten Mal da ist, bestaunt man auch immer die wundervolle Architektur von Hans Hollein. Gut gemacht Alter - die Össis haben das halt echt drauf, mit den Gebäuden.
Ach ja, Monsieur Buffet. Der war auch gut. Immerhin galt er ja als Nachfolger von Picasso, aber das kann euch "Avangarde - der Kunstblog" besser erzählen.








03.07.2008

Work-Life-Balance

Man ist diese Stadt hier öde - manchmal. Und der Alltag erst. Moving watching working sleeping driving walking talking smiling...
Aber manchmal kommt es auch ganz anders. Zum Beispiel, wenn man nach 20 Minuten Autofahrt mitten im Wald vor einer Felswand steht und weiß, da werde ich gleich hochklettern und da wird mich keiner von abhalten. Diese Sportart ist einfach geil und umso besser, dass ich sie jetzt auch outdoor genießen kann. Mit der Natur eins sein und die ganzen 1en und 0en (vor allem die menschlichen) für ein paar Stunden vergessen. Ach, könnte man nur jeden Tag um halb sieben aus dem Büro.
Wo ist das Bild fragt ihr euch, dass kommt hoffentlich bald. Ansonsten male ich eins.